Landmarcs 2011/02

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Ganz ohne Programmierung – Daten als Online-Kartenanwendung darstellen
Mit dem WebMapping Tool atlasFX aus dem Hause alta4 lassen sich nun Daten sowie GIS-Funktionen aus ArcGIS Server eindrucksvoll im Web visualisieren. Landmarcs sprach mit dem Vorstand der Firma – Ole Seidel.
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| Ole Seidel
Vorstand alta4 Geoinformatik AG Frauenstraße 8-9 54290 Trier
Tel.: +49 (0)651.96626.0 E-Mail:
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Herr Seidel, atlasFX ist das neue Produkt aus dem Hause alta4, worum geht's? Moderne Karten-Anwendungen im Web. Wir sehen in die glänzenden Augen der ArcView-Anwender, wenn Sie sich moderne WebMapping- Anwendung anschauen, genau so etwas wollen sie auch erstellen können. Doch dazu gehörten bisher neben einem nicht unerheblichen Budget vor allem Programmierkenntnisse, beides zusammen haben die wenigsten. Das hat uns bewogen, für diese Nachfrage ein Produkt zu erschaffen: atlasFX. Damit machen wir das Web-Publishing, also das Veröff entlichen von Karten im Web zur einfachsten Sache der Welt.
WebMapping – weiterhin das Steckenpferd von alta4? Ja klar (lacht …). Viele erinnern sich vielleicht an unser erstes Produkt HTML ImageMapper, der ArcView nach HTML-Export, den wir 1999 auf dem Markt gebracht haben. Damals haben wir tausende von JPG-Bildkacheln geschrieben und sind dafür häufi g belächelt worden. Fünf Jahre später kamen Google und Esri ebenfalls auf die Idee – heute nennen wir dieses Konzept Map Caches. Sie sehen, wir bleiben bei dem, was wir am besten können: Web-Technologie auf Karten anwenden.
atlasFX - ungewöhnlicher Name, wofür steht er? Fx steht für die Flex-Technologie der Firma Adobe. Atlas ist ein toller Begriff , welches die Vielfältigkeit der Einsatzmöglichkeiten aufzeigt. Unser Produkt ist generisch, jeder kann es verwenden, unabhängig von der Branche. Branchenübergreifend, ok. Doch welche Voraussetzungen müssen die Anwender erfüllen, um Ihr Produkt einzusetzen? Derzeit benötigen die Kunden ArcGIS Server von Esri in der kleinen Ausbaustufe: Standard,Workgroup.
Sie setzen auf Flex/Flash. Warum nicht JavaScript oder Silverlight? Gute Frage, Sie spielen auf die Variantenvielfalt von ArcGIS Server- Clienten an. Ab und an muss man eine Entscheidung treff en und konsequent einen Weg verfolgen. Wichtig für uns war: der Flash- Player ist auf 97% aller Rechner bereits installiert, das Silverlight-PlugIn kommt derzeit lediglich auf 72%. Wenn Sie eine Anwendung bauen, die in ihrer Funktionalität mächtig ist und mit der Sie gleichzeitig möglichst viele Menschen ohne weitere Hürden erreichen wollen, dann ist Flash die beste Wahl. JavaScript haben wir auch ausprobiert. Doch die Browser haben zu viele Performanceprobleme, Grafik ohne PlugIn clientseitig zu zeichnen, gerade der Internet Explorer schneidet da schlecht ab. Er verbraucht auch bei wenigen Polygonen, die gezeichnet werden sollen, unglaublich viel Arbeitsspeicher, das macht die ganze Anwendung langsam. Und es ist ein Kostenfaktor. JavaScript für verschieden Browser zu entwickeln, erhöht den Aufwand einer Anwendung um ca. 20%.
Wie sehen Sie Esri in diesem Zusammenhang? Wir sind sehr froh mit Esri. In den letzten paar Jahren haben sie viele richtige Entscheidungen getroffen, sind jetzt mit Ihren Web- Mapping APIs auf der absoluten Erfolgsspur. Lange Zeit haben sie auf ihr eigenes Developer Framework WebADF gesetzt, davon sind m sie nun weg. Der ArcGIS Server Produktmanager hat das WebADF auf der diesjährigen Partnerkonferenz in den USA den Weg mit ungewöhnlicher Deutlichkeit aufgezeigt. Er hatte eine Folie, auf dem er das WebADF durchgestrichen hatte. Alle mögen bitte so schnell wie möglich die moderneren WebAPIs des ArcGIS Server nutzen.
Aber ist der Flex-Viewer nicht gleichzeitig Wettbewerb? Es gibt immer Überschneidungen. Der Flex Viewer von Esri ist ja ein kostenfreier Download – und ein gutes Produkt. Sehr schick. Tolle Anwendungen wie Solar Boston sind damit entwickelt worden. atlasFX ist ganz anders und viel mehr als nur ein Viewer. Was ein Viewer kann, hängt davon ab, was ihm der Server, hier ArcGIS Server, liefert. Um eine Anwendung flüssig in ihrer Bedienung zu machen, braucht es aber mehr serverseitige Logik. Damit können wir zum Beispiel unsere Googleähnliche Einfeld-Suche umsetzen: man hat nur noch ein Suchfeld und die Suche geht über alle Layer, die der Kartenadministrator suchbar machen möchte. Die dazu notwendige Logik haben wir in die Middleware gepackt. Mittels atlasFX lässt sich jede Datenbanktabelle nutzen, Hauptsache es finden sich irgendwo brauchbare XY-Koordinaten.
WebMapping war bisher mehr was für die GIS-Experten. Gutes Stichwort – das stimmt leider. Wir haben die Hoffnung, dies nun zu ändern. WebMapping sollte einfach sein. Nur so kommt die GIS-Branche aus ihrem Nischendasein heraus, verschaff t sich Raum und Gehör. Unser Produkt haben wir mit einem What-You-See-Is-What-You-Get Editor ausgestattet, der zum einen die Datenquellen wie ArcGIS Server aber auch WMSDienste managet und aus denen sich der Web-Kartenadministrator seine Online-Karte per Drag&Drop zusammenstellen kann. Es ist reine Konfigurationsarbeit – ganz ohne Programmierung oder XMLEditierung. Auch muss man keine Administratoren-Rechte auf dem Server haben, um Karten zu veröff entlichen. "Keep it Simple" ist unser Motto.
Diese Einfachheit werden sicherlich viele schätzen. Doch wie sieht es mit komplexen Anforderungen aus? Wissen Sie, das Produkt ist zum einen aus der Erfahrung vieler Projekte entstanden, die wir bereits mit ArcGIS Server und Flex umgesetzt haben. Den kleinsten gemeinsamen Nenner bildet nun die Funktionalität, die mit atlasFX umgesetzt ist. Sonderanforderungen bedienen wir mit dem Baukastenprinzip. Für einen Telekommunikationsanbieter haben wir z.B. Tools entwickelt, mit denen er Versorgungsanfragen von Kunden auf hohem nachrichtentechnischen Niveau mit schnellen, einfachen, eff ektiven Werkzeugen beantworten kann. Zudem Rollen- und Rechtemanagement, Anbindung an einen LDAP-Server. Für Schleswig-Holstein kam das Routing-Modul hinzu, das nun im Radroutenplaner eingesetzt wird. Und jeder Nutzer kann seine eigenen Erweiterungen schreiben.
Wagen Sie einen Ausblick? Wo geht die Reise hin? Wir fahren zweigleisig: zum einen werden wir atlasFX als Erweiterung zu ArcGIS Server stark ausbauen und damit die Zielgruppe ansprechen, die bereits ArcGIS Server im Hause hat. Daneben arbeiten wir an einer Hosting-Variante, so dass diejenigen, die nur ArcView haben, ihre Karten über die alta4-Cloud der Öffentlichkeit zugänglich machen können.
Das wird sehr spannend. Herr Seidel, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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